Bereits in der Antike war das weiche und dämmende Material des Korks schon seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. vor allem bei den Römern, Griechen und Ägyptern sehr beliebt und hoch geschätzt. Man verwendete es schon damals – wie auch heute noch – als Sohlen für Sandalen sowie, aufgrund seiner Wasserundurchlässigkeit, zur Lagerung und Aufbewahrung von Wein und anderen Getränken, als auch für Lebensmittel.
Heute wird das unvergleichbare ökologische und biologische Material sehr vielseitig verwendet und für zahlreiche Zwecke eingesetzt. Es wird verwendet als Trittschall- und Wärmedämmung unter Bodenbelägen wie z.B. Laminat oder Parkett, aber auch als biologische Wärmedämmung an Decken und Wänden. Im akustischen Bereich kommt es als Schall- und Vibrationsdämmung sowie beim Blasinstrumentenbau zum Einsatz. Das Korkgranulat wird auch zur Zwischensparren-Isolierung in Holzbalkendecken verwendet. In der Fischerei wird das Material als Schwimmer an Angeln und Netzen eingesetzt. Sogar in der Raumfahrt findet es beim Space Shuttle als High-Tech-Dämmstoff Anwendung.
Wer kennt nicht den Flaschenkorken in Wein- und Sektflaschen oder die Pinnwand aus Kork und den weichen Untersetzer, als auch die bekannten Sandalen mit der Korksohle? Immer beliebter wird der Kork aber auch als Fußbodenbelag, da er aufgrund seiner Eigenschaft weder Staub noch Schmutz aufzunehmen im wahrsten Sinne des Wortes “porentief rein” bleibt. Er eignet sich daher besonders für Asthmatiker und Allergiker. Doch was macht den Naturstoff Kork so einzigartig?
Der Rohstoff “Kork”
Der botanische Name für Kork lautet “Phellem” und bezeichnet die Zellschicht, welche sich zwischen der äußeren Rinde und der Epidermis der Korkeiche (Quercus suber) befindet. Jeder einzelne Kubikzentimeter Kork birgt in sich ca. 30 bis 42 Millionen Zellen. Trotz dieser immensen Zelldichte ergibt sich der große Unterschied zwischen Volumen und Gewicht aus der spezifischen Gasförmigkeit des Gewebes. Da das Gewicht des Korks nur zwischen 0,12 und 0,20 kg pro Kubikmeter beträgt ist es somit extrem gering.
Kork besteht zu beinahe 50 Prozent aus einer Mischung von Fettsäure und starkem organischen Alkohol, dem so genannten “Suberin.” Suberin ist ein lipophiles (fettliebendes) und hydrophobes (wassermeidendes) Biopolymer. Biopolymere wiederum werden von Lebewesen synthetisiert und fungieren als Energiespeicher sowie als Katalysator für die Zelle. Dieses Suberin wird auf der Außenwand der Zelle aufgelagert, wobei nach Abschluss der Wandbildung die Zelle abstirbt und sich mit Gas füllt.
Jede Korkzelle ist somit eine abgestorbene sowie mit Luft und Gas gefüllte Zelle. Dadurch wird die trockene Struktur und wasserabweisende Eigenschaft des Korks gewährleistet. Als Schutz gegen eindringende Insekten und Bakterien werden Gerbstoffe in die Zelle eingelagert, welche die bekannte Braunfärbung des Korks verursachen.
Kork zeichnet sich demnach besonders durch sein geringes Gewicht bei großem Volumen, durch seine wasserabweisende (hydrophobe) Eigenschaft, durch seine Staub- und Schmutzfreiheit, als auch durch seine schwere Entflammbarkeit sowie seiner geringen Wärmeleitfähigkeit, als einzigartiges und unnachahmliches, hochwertiges, ökologisches sowie gesundes Bau- und Gebrauchsmaterial von erster Güte aus.
Wo wächst der Kork?
Die so genannten “Korkwälder” sind im südwestlichen Mittelmeerraum, besonders in Mittelitalien und Spanien und vorwiegend im südlichen Portugal, beheimatet. Vor allem Portugal zählt heute mit einem Weltmarktanteil von ca. 50 Prozent zum bedeutendsten Rohstofflieferanten. Doch auch in Marokko und Algerien trifft man sie seit mehr als 60 Millionen Jahren an.
Diese faszinierenden Bäume werden bis zu 350 Jahre alt und zählen zu den immergrünen Hartlaubgewächsen. Sie erreichen eine Wachstumshöhe von zehn bis zwölf Metern, bei einem Stammdurchmesser von ca. einem Meter. Frühestens im Alter von 20 Jahren wird die Korkeiche zum ersten Mal von Hand geschält. Danach kann die nachwachsende Rinde des Baumes in einem Intervall von acht bis zwölf Jahren erneut nachgeerntet werden.
Die Korkeiche gilt als sehr widerstandsfähig und übersteht sogar Waldbrände. Dies verdankt sie nicht zuletzt ihrer schwer entflammbaren Kork-Rinde. Doch ihre Rinde dient der Korkeiche auch als Schutz, sowohl vor Schädlingen als auch vor Hitze und Austrocknung. Eben diese Eigenschaften sind es welche die Kork-Rinde so einzigartig und vielseitig verwendbar macht. Die Nutzung des Korks für die Produktion von Dämmstoffen und Fußbodenbelägen sowie der zahlreichen anderen Verwendungsmöglichkeiten, stellt einen Garant für die Erhaltung der wertvollen und faszinierenden Korkeichenwälder und des Lebensraumes vieler Tiere dar.
Die Korkwälder bilden ein natürliches Ökosystem, das vielen Tierarten als Lebensraum dient. In Spanien und Portugal ist besonders der Pardelluchs, der spanische Kaiseradler sowie die Großtrappe in den Korkwäldern beheimatet. Die Korkwälder im Südwesten der Iberischen Halbinsel dienen mehr als 50.000 Kranichen aus ganz Europa als Überwinterungsquartier.
Korkfußboden – Ein echtes Stück Natur im Haus
Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Korkfußböden. Dem massiven einschichtigen Korkboden und dem furnierten mehrschichtigen Belag.
Der furnierte Korkboden dient vor allem zu dekorativen Zwecken, sowie zur besseren Farbabdeckung. Ein furnierter Korkboden sollte jedoch zum Schutz mit einem Siegellack überzogen werden. Seit dem Jahre 2003 werden auch umweltfreundliche Siegellacke angeboten, welche auf Wasserbasis hergestellt werden. Der furnierte Korkboden besitzt keine so hohe Abriebsfestigkeit als der massive Kork, da er aus mehreren dünnen Schichten besteht.
Der qualitativ höher stehende naturbelassene, massive Korkfußboden lohnt sich allemal, da er alle Ansprüche eines gesunden, natürlichen und hochwertigen Belages erfüllt. Jeder Massivkorkboden ist somit ein Unikat in Farbe und Zeichnung und zudem höchst ökologisch.
Der Korkfußboden wird von den Herstellern entweder als Fließen oder als Fertigparkett angeboten. Fließen lassen sich vollständig mit dem Untergrund verkleben, wobei sich das Kork-Fertigparkett mit Nut und Feder schwimmend verlegen lässt und nicht mit dem Untergrund verklebt wird.
Ein Korkfußboden bietet einen baubiologisch und ergonomisch hochwertigen Belag. Er besitzt eine natürliche Tritt- und Schalldämmung. Durch seine elastische Trittfederung wirkt er sich besonders freundlich und schonend auf die Wirbelsäule und die Gelenke aus. Zudem ist er sehr pflegeleicht und äußerst strapazierfähig. Korkboden gibt aufgrund seiner Elastizität unter Druck bis zu 40 Prozent nach, um sich anschließend sofort wieder in seine ursprüngliche Form zu entfalten. Durch seine natürlich isolierenden und wärmedämmenden Eigenschaften ist Korkfußboden besonders geeignet für Kinder, da diese gerne auf dem Boden spielen. Der Korkboden vermittelt immer ein Gefühl von natürlicher Wärme und Behaglichkeit.
Hersteller und Vertreiber von Korkfußböden
Sehr hochwertige Korkfußböden erhält man bei der Firma “Hamberger Flooring GmbH & Co. KG” in Stephanskirchen bei Rosenheim. Diese Firma hat sich mit ihrer eigenen Bodenbelagsmarke “HARO” im Bereich Parkett zum Marktführer in Deutschland entwickelt.
Ein weiterer großer Hersteller von Korkfußböden ist die Firma “Cortex Korkvertriebs-GmbH” in Delmenhorst.
Des Weiteren kann man Korkfußböden auch beim Kork-Fachhandel “Schöner Wohnen” in Nürtingen beziehen.
Wer lieber online kaufen möchte, der kann dies beim Kork-Store Potsdam tun. Dies ist ein renommiertes Fachgeschäft für Kork, mit Onlineshop und Direktversand.
Es sei noch Fa. Ziro, bekannt für Korkparkett Corelan, Kork Plus, Klick Kork
Bodenshop.de vertreibt online Kork-Bodenbeläge
Bild: abcmedia
Incoming search terms:
- KORKBODEN VERLEGEN (2)
- kork außenwand (1)
